Schulklassen besuchen die Weißiger Werkstätten

Inklusives Café Blanc mit eigener Website
Besonderes Konzert für Menschen mit Behinderung
Arbeiten gemeinsam in der Großküche der Weißiger Werkstätten: Schüler Aaron (13) und Beschäftigte Nicole (38).

Schulklassen besuchen die Weißiger Werkstätten

Schülerinnen und Schüler der Freien Alternativschule Dresden (FAS) tauschen im Rahmen einer Inklusionswoche das Klassenzimmer gegen den Arbeitsalltag in den Weißiger Werkstätten.

Unter dem Motto „Voneinander lernen, Vorurteile abbauen“ besuchen Jugendliche der 7. und 8. Klassen der Freien Alternativschule Dresden (FAS) im Rahmen einer Woche der Inklusion am 17. und 19. März 2026 die Weißiger Werkstätten.

Vor Ort erhalten die Jugendlichen der inklusiven Oberschule einen Einblick in die verschiedenen Arbeitsbereiche einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM). Gemeinsam mit den Beschäftigten arbeiten sie Hand in Hand in verschiedenen Abteilungen, wie der Wäscherei, in der Montage und Verpackung oder in der Großküche. Dabei erleben sie den Arbeitsalltag von Menschen mit Beeinträchtigung hautnah.

Anne Reimer aus dem Berufsbildungsbereich der Weißiger Werkstätten betont die Bedeutung solcher Begegnungen: „Es ist uns wichtig, jungen Menschen früh die Möglichkeit zu geben, Menschen mit Behinderung ganz selbstverständlich im Arbeitsalltag zu erleben. Solche Begegnungen helfen dabei, Vorurteile abzubauen und zeigen, wie bereichernd Zusammenarbeit sein kann.“

Ziel der Begegnungen ist es nicht nur, Berührungsängste abzubauen, Vielfalt zu erleben und andere Lebensrealitäten kennenzulernen. Gleichzeitig sollen die Jugendlichen einen Einblick in mögliche berufliche Perspektiven erhalten und erfahren, wie wichtig Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung im Arbeitsalltag sind. Sie erfahren, welche Arbeitsmöglichkeiten es innerhalb einer Werkstatt gibt, aber auch auf Außenstellen, wie dem Lloyd’s Café & Bar, dem CAP-Supermarkt oder im Hotel am Schwanenhaus. „Inklusion soll nicht an der Tür zur Werkstatt enden: Wir beraten Betriebe dazu ausführlich“, erklärt Anne Reimer. Beschäftigte der Weißiger Werkstätten können auch in regionalen Firmen arbeiten, sogenannten betriebsintegrierten Außenarbeits- und Praktikumsstellen (BiAP).

Für die Schule ist die Woche ein wichtiger Bestandteil des pädagogischen Konzepts. Anke Wehmeier von der FAS sagt: „Der Schwerpunkt unserer inklusiven Woche liegt darauf, Vielfalt in unterschiedlichen Zusammenhängen zu erleben. Hier möchten wir in den Lebensbereich ‚Arbeit‘ hineinschnuppern, mitmachen, ins Gespräch kommen und auf Augenhöhe voneinander und miteinander lernen. Als inklusive Schule ist es uns wichtig, unterschiedliche Lebenswelten kennenzulernen sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu erleben.“

Für die Jugendlichen ist der Besuch eine besondere Erfahrung: „Ich fand es eine sehr coole Erfahrung und eine schöne Abwechslung zum Schulalltag, hier Einblicke zu bekommen. Irgendwann wurde das Arbeiten auch anstrengend, aber es hat Spaß gemacht mit den Beschäftigten“, sagt Aaron (13). Zunächst hatte ihm Nicole (38) alles rund um’s Portionieren der Desserts erklärt, bevor er 50 Liter der Vanille-Erdbeer-Nachspeise in der Großküche abfüllte. Seine Mitschülerin Mariken (13), die im Bereich Montage & Verpackung mitarbeitete, ergänzt: „Das war eine gute Erfahrung. Das könnte man wieder einmal machen.“

Die Projekttage zur Inklusion zeigen: Hier entstehen Begegnungen auf Augenhöhe und neue Perspektiven für alle Beteiligten.